Verdampferanlagen

für Abwässer

Verdampferanlagen für Abwässer in Grossansicht

Ein wichtiger verfahrenstechnischer Baustein für die Aufbereitung von industriellem Abwasser sind Verdampferanlagen. Die Verdampfung gehört zu den thermischen Verfahren der Abwassertechnik und wird aus umwelttechnischen Gründen nur eingesetzt, wenn die abzuscheidenden Stoffe nicht wasserdampfflüchtig sind. Durch das Verfahren werden die abzutrennenden Abwasserinhaltsstoffe zu einem Konzentrat verdampft und können so auf einfache Art und Weise an ein Entsorgungsunternehmen weitergegeben werden. Die Entsorgungskosten sind durch das einfache Handling gering.

Für die Überführung des Wassers in den gasförmigen Zustand muss zunächst die notwendige Energie zugeführt werden. Das Verfahren benötigt daher einen vergleichsweise höheren Energieaufwand als die Flotationstechnik oder andere Methoden der Abwasseraufbereitung. Für die Umsetzung von kundenspezifischen Anforderungen setzen wir auch dieses Verfahren zur Destillation häufig ein. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung mit dem Einsatz von Verdampfern achten wir besonders auf

•   eine effiziente Wärmeübertragung,
•   einen geringen Stromverbrauch und
•   einen geringen Reinigungsaufwand.

Unter Abwägung des erhöhten Energiebedarfs gegenüber der Hochleistungs-Flotation wird die Verdampferanlage genutzt, wenn andere chemisch-physikalische Behandlungen an ihre technischen und wirtschaftlichen Grenzen stoßen.

Wirkung und Funktion des Verdampfers

Das Wirkungsprinzip des Verdampfers ist einfach: Das Abwasser wird durch Zuführung von Energie erhitzt. Dadurch verflüchtigt sich das Wasser und die Abwasserinhaltsstoffe werden zu einem Konzentrat eingedampft. Je nach Beschaffenheit des Konzentrats kann es einer thermischen Verwertung oder einer Entsorgung zugeführt werden.

Von großem Vorteil ist die Verdampfungsmethode, wenn das Abwasser einen wertvollen Rohstoff enthält. Dieser kann durch Verdampfung isoliert und als Konzentrat oder Sekundärrohstoff weiterverwendet werden.

Verdampferanlagen werden somit insbesondere eingesetzt

  • bei komplexierten Schwermetallen z. B. in Gegenwart von EDTA,
  • bei nichtflüchtigem AOX, 
  • bei synthetischen und nicht spaltbaren Emulsionen,
  • bei wasserlöslichen nichtflüchtigen organischen Stoffen.

In diesen Fällen ist die Verdampferanlage die bevorzugte Wahl für eine erfolgreiche Abwasseraufbereitung. Als Anlagenbauer wählen wir aus der Vielzahl von sich am Markt befindlichen Verdampferarten, wie z. B. Vakuumverdampfer oder Wärmepumpenverdampfer, das für Ihre Anforderungen geeignete Produkt aus und binden dieses in eine kundenspezifische Gesamtlösung inklusive der notwendigen Vorbehandlungsschritte zur Abtrennung von Feststoffen, Ölabscheidung sowie Neutralisation ein.

In welchen Branchen werden Verdampfer eingesetzt?

Verdampfer können branchenübergreifend von der chemischen Industrie bis zur Metallverarbeitung im Anlagen- und Maschinenbau eingesetzt werden. Dabei geht es häufig um Prozesswasseraufbereitung. Die Intention ist meist, vollentsalztes Wasser, sogenanntes VE-Wasser, zu gewinnen. Bei der Planung einer solchen Anlage ist allerdings zu beachten, dass es unter bestimmten Voraussetzungen kostengünstigere Verfahren zur VE-Wasser-Gewinnung gibt.

Worauf ist bei dem Einsatz eines Verdampfers zu achten? Welche Vorsichtsmaßnahmen sind zu ergreifen?

Durch die Verdampfung können stark konzentrierte Substanzen entstehen. Bevor also ein Verdampfer eingesetzt wird, sollten folgende Überlegungen angestellt werden:

  • Sind organische, wasserdampfflüchtige Stoffe im Abwasser enthalten, die in das Destillat übergehen? Derartige Substanzen können die Destillate mit erhöhten Kohlenwasserstoff- bzw. CSB/DOC-Werten belasten.
  • Wie hoch ist der Salzgehalt des Abwassers? Sind Salze, insbesondere Halogenide, Chloride, Bromide, Jodide und Fluoride enthalten, sollte im Vorfeld auf das entsprechende Material für den Verdampfer geachtet werden. Salze begrenzen zudem die maximale Aufkonzentrierung.
  • Neigt das Abwasser zum Schäumen? Schaum kann bei Einsatz eines Verdampfers mit Brüdenverdichtung zu Beschädigungen des angeschlossenen Verdichters führen. Daher sind im Rahmen der Projektierung geeignete, wirkungsvolle Entschäumer für das einzudampfende Schmutzwasser auszuwählen.
  • Gibt es Inhaltsstoffe im Abwasser, die einen Flammpunkt im Temperaturbereich des Verdampfungsprozesses haben? Die hohe Oberflächentemperatur des Verdichters bei Vakuumverdampfern ist zu beachten!
  • Wie hoch kann das Abwasser eingedampft bzw. aufkonzentriert werden? In der Regel wird das Konzentrat als Flüssigphase aus dem Verdampfer ausgetragen. Mit steigernder Aufkonzentrierung nehmen jedoch auch Ablagerungen im Verdampfer bzw. den Wärmetauschern zu. Es gilt, einen Kompromiss zwischen maximalem Aufkonzentrierungsfaktor und akzeptablem Reinigungsaufwand zu finden.

Weitere Informationen über Verdampferanlagen und deren Einsatz in der Abwassertechnik finden Sie in unseren Fragen & Antworten rund ums Abwasser (FAQ).

Integration in bestehende Anlagen – oder schlüsselfertige Anlage

Verdampfer können in der Regel problemlos in vorhandene Anlagen integriert werden. Vor der Integration ist jedoch darauf zu achten, dass geeignete Maßnahmen zur Vorbehandlung des Abwassers, wie Neutralisation, Schlammfang, Abscheidung von freien Ölen oder eine Feinfiltration, bereits vorhanden sind.

Alternativ dazu kann der Verdampfer, zusammen mit den jeweils erforderlichen Komponenten zur Vorbehandlung des Abwassers, natürlich auch als schlüsselfertige Anlage geliefert werden.

Sie möchten mehr über Verdampferanlagen erfahren?
Dann rufen Sie uns an oder mailen Sie uns:
Telefon:    +49 (0)5152 524410
E-Mail:     contact@oko-tech.de