Schwermetallfällung/Hydroxidfällung

Noch schwieriger wird die Schwermetallfällung bei Vorhandensein von  sogenannten Komplexbildnern. Dies sind chemische Verbindungen, die in der Lebensmittelindustrie, in Wasch- und Reinigungsmitteln oder auch in der Galvanik und Leiterplattenindustrie  zu verschiedenen Zwecken eingesetzt werden. Sie bilden Koordinationsverbindungen mit Metallionen oder Metallatomen und dienen vor allem dazu, die chemischen Eigenschaften von Metallionen zu maskieren. Das führt beispielsweise beim Zusatz zu Lebensmitteln zu einer Stabilität von Farbe und Aroma. Sind die Komplexbildner im Abwasser vorhanden, erschweren sie jedoch eine Reinigung. Eine Lösung für dieses Problem stellt ein zweistufiger Abwasserreinigungsprozess aus Dekomplexierung und Fällung dar.

Um sehr niedrige Rest-Konzentrationen an Schwermetallen zu erzielen, ist vielfach eine Fällung als Metallsulfid sinnvoll. Sind Komplexbildner im Abwasser vorhanden, ist im ersten Schritt der Einsatz eines Dekomplexierers notwendig. Im folgenden Prozessschritt wird ein anorganisches Schwermetallfällungsmittel eingesetzt, das das Metall in ein Metallsulfid umwandelt.
Metallsulfide sind nahezu unlösliche Schwermetallverbindungen, wie sie in der Natur auch in vielen Erzen vorliegen. Die Löslichkeit der entstehenden Sulfide ist also weit geringer als die der bei der Hydroxidfällung entstehenden Schwermetallhydroxide. Daher ist der Niederschlag, der bei der Fällung entsteht (Sulfid) wesentlich stabiler. Die positive Folge dieser Stabilität ist wiederum ein einfachere Entfernung der Schwermetallsulfide aus dem Abwasser. Darüber hinaus ist es möglich, bei der Schwermetallfällung mittels organischer und anorganischer Sulfide die Schwermetall-Restgehalte enorm zu minimieren: Bis zu < 0,1 mg/L und damit zehnmal weniger Restgehalte als bei der Hydroxidfällung sind möglich.

Welche Schwermetalle können ausgefällt werden?

Zu den Schwermetallen, die in Abwässern gelöst sein können, gehören zum Beispiel Aluminium, Kupfer oder Zink. Noch toxischere Metalle sind Quecksilber, Cadmium oder Arsen. Für sie sieht die Abwasserverordnung die strengsten Grenzwerte vor. Für eine Wiedereinleitung in das kommunale Abwassersystem müssen bei der Abwasserreinigung Restwertgehalte von < 0,05 bis < 0,005 mg/L. erreicht werden.

Industriebereiche

Schwermetalle gelangen in verschiedensten Produktionsprozessen und Branchen in das Industrieabwasser. Dazu gehört in erster Linie die Metallindustrie, insbesondere die Automobilindustrie oder Galvanikbetriebe. Auch in der Glas- und Keramikindustrie, dem Hüttenwesen, in Druckereien, Gerbereien sowie Kohle- und Ölkraftwerken finden sich Schwermetalle in den Produktionsabwässern. Darüber hinaus fallen auch bei der Quecksilberentfernung aus Rauchgasen, der Reinigung kontaminierter Böden und Grundwassersanierung schwermetallhaltige Abwässer an.

Individuelle Abwasserlösungen von OKO-tech

Für alle genannten Industriebereiche bietet OKO-tech als Abwasserreinigungsspezialist individuelle Lösungen. Speziell für Schwermetalleliminierung bei komplexbildnerischen Abwässern kommen je nach Anforderung zwei Systeme in Frage:
Fallen größere Mengen schwermetallhaltigen Abwassers an, empfiehlt OKO-tech das System OKO-aquaclean mit integrierter Powerflotation im Durchlaufbetrieb. Für den Chargen- und  sequentiellen Betrieb stellt der Batch-Reaktor OKO-aquafloc SBR eine adäquate Lösung dar.
Beide Systeme bieten eine kontinuierliche automatische Messung und Regelung des pH-Ist- und Sollwertes und sichern damit eine vollständige Überwachung des Reinigungsprozesses. Produkte aus Dekomplexierer und Komplexbildner können in der OKO-aquaclean-Anlage durch eine  nachgeschaltete biologische Abwasserreinigung umweltgerecht entfernt werden.

Phosphat- und Fluorid-Fällung

Nicht nur Metalle und Schwermetalle auch unerwünschte Anionen wie Phosphat oder Fluorid können unter Einsatz von spezifischen Fällungsmitteln sicher aus dem Abwasser entfernt werden. Auch hierfür können wahlweise ein OKO-tech Durchlauf- oder ein Batch-Verfahren installiert werden.